Sport ist Mord – der Spendenlauf am AEG

11. Mai 2022

Schulleben

Spendenlauf

Fangen wir diesen Artikel mit einer Frage an: Wie würdet ihr den letzten Schultag vor den Ferien gestalten? Klar, man könnte zum Beispiel einen Film mit der Klasse schauen, Spiele spielen oder – und das ist wirklich grausam – richtigen Unterricht machen. Man könnte den Unterricht auch einfach komplett auslassen lassen, das wäre ja nur gerechtfertigt, wenn die Ferien normalerweise 2 Wochen lang wären, aus irgendeinem Grund diesmal aber auf 1 ½ Wochen heruntergekürzt wurden!

Oder man hetzt die ganze Schule in Kreisen durch ein Stadion und schreit sie dabei mit einem Megafon an. Genau diese Idee hatte unsere wunderbare SMV und verpackte das Ganze als eine Spendensammelaktion, um die Menschen in der Ukraine zu unterstützen. Jetzt standen die meisten Schüler vor einem großen Dilemma: Sollte man sich dem Drang, bloß keinen Sport zu treiben, hingeben und gar nichts tun oder sollte man die innere Faulheit überwinden und sich für einen guten Zweck anstrengen? Gar keine leichte Entscheidung. Naja, schließlich überwiegte bei den meisten Schülern doch letzteres und sie beschlossen, sich anzustrengen oder zumindest im Kreis spazieren zu gehen.

Im Interview erzählt mir Frau Miller von den verschiedenen Motivationsgraden der einzelnen Klassenstufen: Die Unterstufe war Feuer und Flamme und wärmte sich vor dem Lauf auf, als würde sie gleich einen Wettkampf bestreiten, bei der Mittelstufe gab es einen Einsturz in der Motivation und der Anteil der Spaziergänger war sehr viel größer und in der Kursstufe war es sehr gemischt, teilweise rannten die Leute hier bis zu 33 Runden, teilweise hatten sie gar keine Lust und verbrachten die Zeit damit, am Rande der Strecke herumzusitzen. Was können wir daraus schließen? Keine Ahnung, denkt euch selber euren Teil.

Genauso unterschiedlich wie die Motivation waren auch die Spendenbeiträge der einzelnen Schüler. Eine Schülerin der 7e schaffte mit ihren gelaufenen Runden insgesamt 2.500 € einzunehmen! Und ja, man mag es kaum glauben, auch die Lehrer leisteten ihren Beitrag und liefen einige Runden. Besonders bemerkenswert ist hier Frau Millers Rundenanzahl, die ganze zwei Runden beträgt (sie selbst verteidigt sich damit, „mit allem anderen beschäftigt“ zu sein)!

Eine weitere Sache, die in diesem Artikel noch nicht genug thematisiert wurde, ist, dass es neben dem Fakt, dass man tatsächlich Sport machen musste, noch eine andere, sehr nervige Sache am Spendenlauf gab: Das Megafon. Wer findet es nicht schön, von einem Megafon angeschrien zu werden, sodass einem fast die Ohren abfallen? Ich auf jeden Fall nicht! Frau Miller sagt dazu, dass dieses Megafon ursprünglich nur dazu genutzt werden sollte, die Schüler während dem Schießen der Drohnenfotos zu koordinieren, es dann aber ein bisschen zweckentfremdet wurde, um Leute anzufeuern. „Ich glaube, die meisten fanden es nervig, aber ich fand es sehr amüsant.“ So viel also dazu…

Nachdem Frau Miller mir erzählt hatte, dass sie tatsächlich im Laufe der Vorbereitungen für den Spendenlauf zum ersten Mal die Bezirksportanlage gesehen hatte (so viel hat sie da jetzt auch nicht verpasst…), kommen wir auch noch auf die Organisationen zu sprechen, an die das Geld letztendlich gespendet werden wird. Diese sind das „Deutsche Rote Kreuz“, das sich um die Weitergabe medizinischer Materialien kümmert, die „Aktion 100.000“ der Südwestpresse als etwas Lokales und die „Aktion-Deutschland-hilft“ als eine große Organisation.

Wie es zu jedem guten sportlichen Ereignis gehört, gibt es nun natürlich auch noch eine kleine Preisverleihung:

Der Preis für das coolste Outfit geht an Frau Bergmann, die mit ihrem Trenchcoat und der Sonnenbrille aussah, als wäre sie einem alten Detektivfilm entsprungen.

Der Preis für die Klasse mit den meist gelaufenen Runden geht an die 10d, rechnet man die Kilometeranzahl einer Klasse pro Kopf herunter, gewinnt die 9d mit ca. 13km pro Person.

Und der Preis für die klügsten Menschen des Tages, die keinen Sport machen, sich aber trotzdem nützlich machen wollten, geht an alle, die am Ende der Bahn standen, um Striche auf Bänder zu malen.

Und nun noch die alles entscheidende Frage: Wie viel Geld wurde denn nun eingenommen?

Insgesamt sind die Schüler des AEG beim Spendenlauf 4.700 km gelaufen, das entspricht der Strecke vom AEG bis zum Nordpol. Die daraus entstehende Geldmenge beläuft sich auf 48.000 € und dort ist die Realschule noch nicht einmal inbegriffen! Wir müssen also zugeben: Auch wenn manche von uns nicht wirklich Lust auf diesen Spendenlauf hatten, kann man doch sagen, dass wir als Gruppe etwas Großes erreicht haben und hoffentlich einigen Menschen mit diesem Geld helfen können.

Vielen Dank also an alle Personen, die bei der Vorbereitung des Spendenlaufs geholfen haben und an alle, die mitgelaufen sind!

Aber einen Tipp habe ich noch für euch, liebe SMV: Lasst nächstes Mal das Megafon weg…

Katharina Steffel