Studieninformationstag – Nächster Halt: Zukunft

21. Dez 2021

Schulleben

Was willst du eigentlich mal nach der Schule machen? – Diesen Satz habt ihr bestimmt alle schon mal gehört. Manche können dann bestimmt eine klare Antwort geben, andere sagen, sie hätten vielleicht Lust auf dies und das und wieder andere haben gar keine Ahnung.

Für Unter- und Mittelstufenschüler mag diese Zukunft noch weit entfernt sein, für uns Schüler der Oberstufe ist es aber eine Art Schatten, bzw. eine freudige Aussicht (je nachdem, wen man fragt), die auf unseren letzten zwei Schuljahren liegt.

Eines der Projekte, die unsere Schule organisiert, um uns die Entscheidung, was man denn nach dem Abi machen will, ein bisschen leichter zu machen, ist der Studieninformationstag. Dies ist eine Aktion, die jedes Jahr am „Buß- und Bettag“ (das war dieses Jahr der 17.11.) an Hochschulen und Universitäten in ganz Baden-Württemberg stattfindet. Dabei kann man einen Blick in die verschiedenen Universitäten werfen, den Dozenten und Studenten Fragen stellen und vieles über die verschiedensten Studiengänge erfahren. Unsere Schule nimmt schon seit mehreren Jahren an diesem Projekt teil und hat auch dieses Jahr die Jahrgangsstufe 1 vom Unterricht freigestellt, damit sich jeder für sich mit den Studiengängen auseinandersetzen kann, die ihn oder sie interessieren.

Aufgrund der aktuellen Situation entschieden sich diesmal viele Universitäten dazu, keine Angebote in Präsenz anzubieten, sondern setzten auf Online-Angebote. Das hinderte sie jedoch nicht daran, ein buntes Angebot zur Verfügung zu stellen, etliche hatten einen strukturierten Ablauf mit Programm, das sich über den ganzen Tag zog.

Aber was für Erfahrungen haben die verschiedenen Schüler denn nun mit diesem Tag gemacht? Hat es ihnen geholfen oder war es einfach nur verschwendete Zeit? Genau diese Frage habe ich verschiedenen Schülern unseres Jahrgangs gestellt und möchte nun von einigen Erfahrungen berichten:

Eine Gruppe von Schülerinnen hatte den Tag genutzt, um nach Ravensburg an die Hochschule zu fahren und sich dort verschiedene Studiengänge anzusehen, z.B. Gesundheitsökonomie, Soziologie und Soziale Arbeit. Eine von ihnen beschrieb die Atmosphäre der Hochschule als „ziemlich ähnlich zu der der Schule“. Sie erzählte mir aber auch, dass ihr die Erfahrung nicht wirklich weitergeholfen hätte, sie wüsste jetzt aber zumindest eher, was sie nicht studieren wollen würde.

Eine andere Schülerin berichtete, dass sie an Online-Vorträgen zu den Fächern Jura, Politikwissenschaften, Lehramt und Soziologie von den Unis Stuttgart, Tübingen, Heidelberg und Mannheim teilnahm. Sie beschrieb die Erfahrung als „ganz interessant“, fand aber, dass sie dadurch nur generelle Informationen über die Studiengänge erfahren hatte, Dinge, die sie auch im Internet hätte nachlesen können. Sie habe jetzt nicht mehr Berufsorientierung als vorher.

Eine dritte Schülerin hatte schon vor dem Studieninfotag eine ganz andere Ausgangssituation, sie wusste nämlich schon vorher, dass sie in Zukunft Medizin studieren wollte. Deshalb konnte sie schon gezielt nach Vorträgen zu dem Thema suchen und nahm letztendlich an mehreren Medizinvorträgen der Uni Tübingen teil. Sie sagte mir, dass der Tag für sie durchaus nützlich war, weil sie die Antworten auf einige ihr wichtige Fragen bekommen hatte und sich wahrscheinlich ohne diese Gelegenheit nicht so schnell mit ihrem Studienwunsch beschäftigt hätte.

Damit scheint sie allerdings mit ihren Erfahrungen eher eine Einzelperson zu sein. Auch andere Schüler, mit denen ich sprach, berichteten zwar, dass sie sich Studiengänge angeschaut hatten, dass sie daraus aber nicht wirklich neue Erkenntnisse gezogen hatten, außer dass sie gewisse Fächer nicht studieren wollten. Natürlich ist diese Umfrage nicht repräsentativ, aber sie zeigt auf jeden Fall, dass der Studieninfotag nicht allen Personen nutzt, was aber natürlich auch irgendwie selbstverständlich ist.

Aber egal, ob den Schülern der Tag nun weiterhalf oder nicht, in einer Sache waren sich alle Befragten einig. Sie fanden die Planung zu kurzfristig. Um dies zu verdeutlichen, hier ein grober Überblick, wie wir auf den Studieninfotag vorbereitet wurden: Die ersten Informationen bekamen wir am 8. November, also ca. zehn Tage vor der eigentlichen Veranstaltung. Dies war direkt ein Problem, da manche Hochschulen schon Ende Oktober ihren Anmeldeschluss hatten und man dementsprechend dort auch nicht mehr teilnehmen konnte.

Am 15.11., also zwei Tage davor, hatten wir dann eine Veranstaltung mit Frau Nicolette Reepschläger von der Agentur für Arbeit. In einem kurzen Vortrag erklärte sie uns, wie wir uns auf den Tag vorbereiten konnten und gab uns einen generellen Überblick über die Möglichkeiten, die wir hatten. Dies war wirklich ein informativer Vortrag, der auch vielen von uns weiterhalf, allerdings kam er eben viel zu spät! Für die Schüler, die sich nicht schon vorher viele Gedanken gemacht hatten, war es wirklich schwer, innerhalb von zwei Tagen eine Übersicht über die verschiedenen Angebote zu bekommen und viele fühlten sich davon auch überfordert, da es einfach viel zu viele Studiengänge und Angebote gab, über die man sich nicht in nur zwei Tagen informieren konnte. Manche von diesen versuchten es dann auch gar nicht mehr und ließen den Tag ungenutzt verstreichen, was eigentlich nicht passieren sollte.

Wahrscheinlich ist diese Kurzfristigkeit vor allem der Corona-Situation zu verschulden, wodurch es von Anfang an unsicher war, ob und wie der Studieninfotag stattfinden würde, außerdem konnten auch viele andere Berufsorientierungsveranstaltungen, die uns hätten vorbereiten können, nicht stattfinden (wie z.B. das BOGY-Praktikum), trotzdem ist es natürlich für uns Schüler eine sehr unvorteilhafte Situation, die viel Unsicherheit und auch Angst vor der Zukunft mit sich bringt.

Andere Kritikpunkte, die von mir befragte Schüler anmerkten, waren, dass ein Tag eigentlich nicht ausreichte, um ein gutes Bild von verschiedenen Unis zu bekommen, v.a., wenn man diese in Präsenz besuchen wollte. Sie schlugen deswegen vor, dass man am Studieninfotag auch in der J2 teilnehmen dürfe, sodass man einen besseren Überblick bekommen könne.

Fazit:

Vielen Schülern unserer Jahrgangsstufe hat der Studieninfotag bis auf den Gewinn einiger grundsätzlicher Informationen nicht wirklich weitergeholfen. Jedoch finde ich, dass der Tag trotzdem eine sehr gute Möglichkeit ist, die Schüler zumindest einmal aufmerksam auf das Thema Studium zu machen. Außerdem hilft er manchen Schülern bestimmt weiter, die vielleicht sogar durch ihn einen Studiengang für sich entdecken. Der Tag mag nicht für alle nützlich sein, aber für die Personen, denen er hilft, ist es auf jeden Fall sinnvoll, den Tag auch in Zukunft umzusetzen.

Katharina Steffel